Bau der ersten Anlage zur Herstellung von reinem Wasserstoff
Ab 1905 befasste sich Carl v. Linde zusammen mit Prof. Adolf Frank und Heinrich Caro mit der Zerlegung von Wassergas in seine Bestandteile Wasserstoff, Kohlenmonoxid, Kohlendioxid, Stickstoff und Methan. Nach längerer Forschung gelang ihnen schließlich die Herstellung von reinem Wasserstoff. Linde sicherte sich die Vertriebsrechte an diesem "Linde-Frank-Caro-Verfahren".
Die erste Anlage mit einer Stundenleistung von 2000 Kubikmeter Wasserstoff und 700 Kubikmeter Stickstoff kaufte die Badische Anilin- und Sodafabrik (BASF) 1909 für die synthetische Herstellung von Ammoniak. Weitere Anlagen wurden für Margarinefabriken gebaut, die den Wasserstoff für die Fetthärtung verwendeten.
Wasserstoffanlage in Leuna
Heute konstruiert und baut Linde komplette Anlagen zur Erzeugung von Wasser-stoff, Kohlenmonoxid und Mischungen dieser beiden Gase (Synthesegas). Linde ist weltweit die einzige Firma, die Wasserstoff- und Synthesegasanlagen mit eigener Technologie herstellt, besitzt und betreibt. Dadurch fließen Erfahrungen aus dem eigenen Anlagenbetrieb immer wieder in die Konstruktion neuer Anlagen mit ein.
Wasserstoff wird vor allem in Raffinerien in großen Mengen gebraucht, um Schweröl in Leichtbenzin zu verwandeln. Aus Wasserstoff und Stickstoff wird außerdem Ammoniak hergestellt, aus dem wiederum beispielsweise Kunstdünger produziert werden. Etwa 60 Prozent der Welternte ist abhängig von synthetischem Stickstoffdünger.